Ettlinger Tor revisited

Vor ziemlich genau einem Jahr schrieb ich hier über die unnütze Rampe am Ettlinger Tor. Nun scheint der Weltgeist mein Blog mitzulesen, denn die Rampe gibt es—wie damals den von mir erst totgesagten, dann eingestellten Nachtzug—nicht mehr. Im Ramen der Kombilösung hat man hier einen sage und schreibe 800.000€ teuren Pavillon namens »K.« hingebaut, der eine Bar, eine Ausstellung über die geplante Baustelle und natürlich einen Aussichtsturm enthält.

Meine Meinung zu »K.« (wer jetzt an Kafka denkt, liegt leider falsch), oder, wie ihn mein Kollege Daniel nennt, dem »Flakturm Ettlinger Tor«, fällt leider nicht gut aus. Für das Geld hätte man sicher etwas Sinnvolleres machen können als eine Werbemaßnahme für ein geplantes Bauprojekt, das ohnehin kommen wird. Daß die Bürger später durch die Baustellen weniger genervt sind, wenn sie in die Baugrube vom Turm hineinschauen können oder bei einem Kaffee dem Preßlufthammer lauschen können, bezweifle ich auch. Und architektonisch ist »K.« jetzt auch kein besonderes Schmuckstück, paßt aber mit seiner Wellblechhaut immerhin ganz gut zum Badischen Staatstheater.

Ich habe ja damals bei der Abstimmung über die Kombilösung leider nicht wählen dürfen, da ich noch nicht lange genug Karlsruher Bürger war. Im Jahr 2019, wenn der Stadtbahntunnel in Betrieb geht, bin ich möglicherweise auch nicht mehr in Karlsruhe. Solange genieße ich es noch, vom Ettlinger Tor ohne Umsteigen an den Karl-Wilhelm-Platz fahren zu können (zukünftig einmal U→Tram am Durlacher Tor) oder dienstags nach der Chorprobe vom Mühlburger Tor ohne Umsteigen in die Baumeisterstraße (zukünftig gibt es keine Haltestelle Mühlburger Tor mehr, dann vom Helmholtz-Gymnasium oder Kaiserstraße West mit einmal Umsteigen U→Tram am Kronenplatz).

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