Beiträge vom Mai, 2010

Unterwegs auf der Öchslebahn

Montag, 24. Mai 2010 22:27

In den Pfingstferien findet ja immer die Arbeitsphase des Landesjugendchores in Ochsenhausen statt. Dieses Jahr bin ich allerdings nicht dabei, da in der zweiten Pfingstferienwoche eine CD-Produktion mit dem KammerChor Saarbrücken ansteht, und direkt nacheinander wäre mir das zuviel gewesen. Trotzdem wollte ich dem Chor in Ochsenhausen einen Besuch abstatten und habe die Gelegenheit genutzt, mir einen lange gehegten Wunsch zu erfüllen, nämlich mit dem Dampfzug „Öchsle“ nach Ochsenhausen zu fahren. Meine Mitsänger konnte ich früher nie dazu bewegen, so anzureisen – kostet die Fahrt doch 11€ einfach und verlängert die Reise um fast zwei Stunden. In der Tat braucht das Öchsle auch 70min für eine Strecke von 18km. Schilder mit der Aufschrift „Blumen pflücken während der Fahrt verboten“ wären also angebracht, sind aber leider nicht vorhanden. :-)

Der Fahrplan war für mich ganz passend, so daß ich zwar schon um 6:00 Uhr in Karlsruhe losfahren mußte, und dank der miesen Nahverkehrsverbindung Karlsruhe-Stuttgart auch noch über Bretten/Mühlacker, aber trotz leichter Probleme an der Lokomotive in Mühlacker doch alle Anschlüsse planmäßig erreichte und um 11:40 in Ochsenhausen war. Es reichte schließlich für einen Besuch beim Landesjugendchor vom Mittagessen bis zur Kaffepause, und auch ein Eis bei Rino war vor der Rückfahrt noch drin. Im Öchslezug gibt es auch eine nette Bewirtung mit fairen Preisen, sodaß einem die 70 Minuten Fahrt auch bei der Rückreise sehr kurzweilig vorkommen. Die 40 Minuten Puffer bis zum Anschlußzug in Warthausen waren dank des tollen Wetters auch bald vorbei, und die Heimreise mir ICE/IC wieder problemlos.

Beim Fotografieren habe ich nur gemerkt, daß es gar nicht so einfach ist, eine schwarze Dampflok im prallen Sonnenlicht zu fotografieren, da die Belichtungsmessung der Kamera ja den inneren Bereich zum Messen verwendet – und da steht ja die schwarze Damplok. So mußte ich oft eine Blende nach unten korrigieren, damit die Bilder nicht überbelichtet werden, manchmal mit mäßigem Erfolg, aber seht selbst.

Thema: Bahn, Chor | Kommentare (0) | Autor: eriq

Google Font API

Donnerstag, 20. Mai 2010 17:20

Heute bei Heise gelesen: Über die Google Font API kann man einfach und browserunabhängig Schriften einbinden.  Dazu gibt es bei Google auch ein Schriften-Verzeichnis, aus dem man sich schon einige kostenlose Schriften zum Einbetten auf die eigene Seite aussuchen kann. Nach so einer Möglichkeit suche ich schon seit Jahren! Ich habe das gleich mal zum Anlaß genommen, meine Seite auf eine andere Schrift als die langweilige Verdana umzustellen, nämlich auf Droid Sans. Die sieht gar nicht so schlecht aus. Auch die beliebte Yanone Kaffeesatz gibt es, was mich besonders freut, da das Logo des NKG-Männerchors in dieser Schrift gesetzt ist – auf der Homepage macht sie sich auch ganz gut. Ach ja, und:

Bei Google gibt es auch Handschriften.

Cool, oder?

Thema: Typographie | Kommentare (0) | Autor: eriq

Ettlinger Tor revisited

Montag, 10. Mai 2010 22:07

Vor ziemlich genau einem Jahr schrieb ich hier über die unnütze Rampe am Ettlinger Tor. Nun scheint der Weltgeist mein Blog mitzulesen, denn die Rampe gibt es—wie damals den von mir erst totgesagten, dann eingestellten Nachtzug—nicht mehr. Im Ramen der Kombilösung hat man hier einen sage und schreibe 800.000€ teuren Pavillon namens „K.“ hingebaut, der eine Bar, eine Ausstellung über die geplante Baustelle und natürlich einen Aussichtsturm enthält.

Meine Meinung zu „K.“ (wer jetzt an Kafka denkt, liegt leider falsch), oder, wie ihn mein Kollege Daniel nennt, dem „Flakturm Ettlinger Tor“, fällt leider nicht gut aus. Für das Geld hätte man sicher etwas Sinnvolleres machen können als eine Werbemaßnahme für ein geplantes Bauprojekt, das ohnehin kommen wird. Daß die Bürger später durch die Baustellen weniger genervt sind, wenn sie in die Baugrube vom Turm hineinschauen können oder bei einem Kaffee dem Preßlufthammer lauschen können, bezweifle ich auch. Und architektonisch ist „K.“ jetzt auch kein besonderes Schmuckstück, paßt aber mit seiner Wellblechhaut immerhin ganz gut zum Badischen Staatstheater.

Ich habe ja damals bei der Abstimmung über die Kombilösung leider nicht wählen dürfen, da ich noch nicht lange genug Karlsruher Bürger war. Im Jahr 2019, wenn der Stadtbahntunnel in Betrieb geht, bin ich möglicherweise auch nicht mehr in Karlsruhe. Solange genieße ich es noch, vom Ettlinger Tor ohne Umsteigen an den Karl-Wilhelm-Platz fahren zu können (zukünftig einmal U→Tram am Durlacher Tor) oder dienstags nach der Chorprobe vom Mühlburger Tor ohne Umsteigen in die Baumeisterstraße (zukünftig gibt es keine Haltestelle Mühlburger Tor mehr, dann vom Helmholtz-Gymnasium oder Kaiserstraße West mit einmal Umsteigen U→Tram am Kronenplatz).

Thema: Karlsruhe | Kommentare (0) | Autor: eriq

HDTV und Digitalfernsehen

Montag, 3. Mai 2010 13:56

Was bringen HDTV und Digitalfernsehen, wenn die Hälfte der Leute entweder zu doof ist, die teuer gekauften Geräte richtig zu konfigurieren, oder, noch schlimmer, sogenannte „Fachleute“ sie ihnen völlig falsch anschließen?

Gestern war ich bei einem, sagen wir, gut verdienenden Bekannten, der sich eine nicht gerade billige Multimedia-Anlage ins Wohnzimmer hat einbauen lassen. Wir freuten uns schon auf das Fernseh-Erlebnis, doch als das Bild auf die Leinwand kam, war sein erster Kommentar: „Tut mir leid, schärfer wird das Bild nicht.“ Fernsehen in PAL-Auflösung sieht bei Bilddiagonalen von über zwei Metern immer ein wenig matschig aus, dachte ich mir, aber irgendwie war die Sache trotzdem seltsam. Ein kurzer Blick hinter den Medienturm mit HDTV-Empfänger, 5.1-Anlage und Festplattenrekorder verriet mir auch sofort, warum. Der Fernsehtechniker, der das Teil installiert hatte, hatte die Verbindung zwischen Empfänger und Projektor über ein Koaxial-Kabel und den normalen Composite-Anschluß hergestellt!

So ein Kabel — das bestimmt auch nicht billig war — läßt sich zwar wunderschön unterputz verlegen, am Ende mit Steckern versehen, und funktioniert auch bei Kabellängen über 10m noch zuverlässig. Das Bild sieht dann aber auch dementsprechend aus. Sehr witzig fand ich in dem Zusammenhang auch das „HDTV“-Symbol auf dem Receiver, der blanke Witz, obwohl man bei KabelBW mittlerweile tatsächlich freie HDTV-Programme empfangen könnte.

Dazu fiel mir gestern eine Geschichte aus meiner Kindheit ein: Als wir in Mosbach Ende der 80er Jahre Kabelfernsehen bekamen, installierte uns ein sogenannter Fernseh-Elektriker die notwendige Verkabelung im Haus. Unser alter Loewe-Fernseher im Wohnzimmer mußte natürlich auch auf die damals 15 Programme [1] eingestellt werden. Daran scheiterte der Elektriker leider, und meinte, man könne nur neun Programme belegen (denn die Fernbedienung hatte ja nur Tasten von 0-9). Ob er uns damit einen neuen Fernseher aufschwatzen wollte oder ob er es wirklich nicht besser wußte, kann ich heute nicht mehr sagen. Jedenfalls protestierte ich (damals sieben Jahre alt) lautstark, daß man sehr wohl mehr als neun Programme einstellen könne, worauf meine Mutter mich natürlich bremste, denn der Herr sei doch schließlich vom Fach. Allerdings hat er sich dann doch überzeugen lassen, daß man mit der „-/–“-Taste sehr wohl auf die höheren Programmplätze schalten konnte, was ihm anscheinend neu war, und so bekamen wir dann doch alle 15 Programme. Ja, ich war eben schon mit sieben Jahren ein Nerd, denn ich hatte es zum Hobby, die Anleitungen des Fernsehers und unseres Video2000-Rekorders als Bettlektüre zu lesen. :-)

Heute lese ich zwar keine Anleitungen mehr zum Einschlafen, aber mit mit den „Fachleuten“ geht es mir nicht anders. Das Gefühl kennt wahrscheinlich jeder, der schon einmal beim Mediamarkt 16:9-Bilder auf einem 16:9-Fernseher mit Trauerrand oben und unten, also de facto in 16:6,75, gesehen hat. (Siehe Fotomontage oben.) Das Personal dort gehört wahrscheinlich zu der gefühlten Mehrheit der Menschen, die gerne breitgezogene Bilder sehen, oder die den Unterschied gar nicht merken. Zu 4:3-Zeiten war es ja üblich, daß die meisten Leute auf ihren neuen Breitbildfernsehern das Bild vollflächig und verzerrt eingestellt hatten, das aber unbedingt so wollten. Ich habe jedenfalls schon böse Kommentare von Verwandten bekommen, denen ich den Fernseher „verstellt“ (sprich: richtig eingestellt) hatte, sodaß ich es wieder rückgängig machen mußte.

Jetzt, wo die meisten Sendungen in 16:9 ausgestrahlt werden, sollte man meinen, es gäbe dieses Problem nicht mehr. Aber ständig sieht man falsch eingestellte Seitenverhältnisse — dazu muß man sich nur mal die Schaufenster in der Karlsruher Fußgängerzone anschauen. Früher gab es doch mal sowas wie „automatische Formatumschaltung“, das konnte schon unsere 16:9-Grundig-Röhre. Aber in Zeiten von externen Digitalempfängern ist das wohl passé. Insofern schon ein technischer Rückschritt gegenüber den PALplus-Zeiten.

[1] Wenn ich mich recht erinnere: ARD, ZDF, Südwest3 BW, Südwest3 RP, Sat.1, RTL.plus, 3sat, 1PLUS, BR, WDR, Tele5, Sky Channel, Eurosport, TV5 und Eureka. Die Reihenfolge unserer Programmplätze ergab sich damals aufsteigend aus den Kabelfrequenzen der Sender. Das hat sich bei mir heute noch teilweise erhalten, z.B. habe ich auch auf meiner dbox 3sat auf Platz 7, Bayern3 auf Platz 9, und ProSieben (der Nachfolger von Eureka) auf Platz 15.

Thema: Allgemeines | Kommentare (1) | Autor: eriq