In der Wiener Nationalbibliothek

Durch einen Bericht auf SWR2 neugierig gemacht, habe ich mir in Wien die Ausstellung »Joseph Haydn: Gott erhalte – Schicksal einer Hymne« angesehen. Wenn man die 7€ Abschreckungsgebühr bezahlt, erhält man Eintritt in den Prunksaal der Österreichischen Nationalbibliothek, wo die Austtellung aufgebaut ist. Die anderen Museen im Gebäude der Bibliothek kosten jedoch extra.

Abgesehen davon, daß der Prunksaal schon sehenswert ist, aber meines Erachtens den hohen Eintrittspreis nicht rechtfertigt, war die Ausstellung eher enttäuschend. Gut, man kann sich den Autograph der Hymne ansehen und feststellen, daß sie eigentlich in G-Dur komponiert wurde, während sie ja heute in Es-Dur gespielt und gesungen wird. Sämtliche Varianten der Textunterlegung kannte ich auch noch nicht, allerdings fand ich es sehr schade, daß die Ausstellung geschichtlich nur ungefähr bis in die dreißiger Jahre des 20. Jahrhunderts reicht. Außerdem wird fast nur die Bedeutung der Hymne für Österreich erwähnt. Daß z.B. die dritte Strophe der Dichtung von Fallerslebens heute die Nationalhymne der Bundesrepublik ist, erfährt man als Besucher nicht, obwohl die Entstehung dieses Umstands auch sehr interessant ist. Deshalb kann ich zu dieser Ausstellung nicht raten; ob sich der Prunksaal lohnt, kann man sich anhand der Bilder überlegen.

P.S.: Einge gute Quelle für Informationen zur deutschen Nationalhymne ist die Broschüre »Argumente gegen das Deutschlandlied« von Benjamin Ortmeyer, die zwar (wie der Name schon sagt) als Kritik an der Nationalhymne formuliert ist, aber dennoch viele interessante Informationen über ihre Entstehung enthält. Eine Fassung zum Download in zwei Teilen findet sich hier und hier.

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