Tablet als Notenmappe

Seit Anfang des Jahres benutze ich keine Papiernoten mehr, sondern habe mir ein Tablet gekauft, das ich seither als Notenmappe verwende. Nach drei Monaten im Konzerteinsatz muß ich sagen, daß ich sehr gut damit zurechtkomme und nicht mehr darauf verzichten möchte.

Anforderungen

Für mich waren zwei Faktoren wichtig, die so ein Tablet erfüllen muß: Erstens sollte die Displaygröße annähernd DIN A4 sein. Ich hatte bei Kollegen schon gesehen, wie sie Noten auf dem iPad verwendet hatten; das wäre mir aber zu klein. Zweitens sollte man sinnvoll Notizen mit einem Stift machen können. Mit meinem Telefon benutze ich schon seit langem einen kapazitiven Stift mit Gummi-Knubbel als Spitze, aber zum Schreiben ist der eigentlich zu ungenau. Also sollte es ein richtiger Digitizer-Stift sein.

Neben diesen Muß-Bedingungen ist natürlich noch das Gewicht interessant, denn schließlich muß man das Tablet ja im Konzert eine recht lange Zeit vor sich halten. Und ganz toll wäre es, wenn man kein spiegelndes, sondern ein mattes Display hätte; am besten ein E-Ink-Display, das ohne Hintergrundbeleuchtung auskommt. Dies wäre auch gut für die Akku-Laufzeit.

Geräte-Auswahl

Nach kurzer Recherche stellte ich fest, daß es zwei Geräte gibt, die genau alle diese Anforderungen erfüllen: Das Sony DPT-S1 und der Pocketbook CAD Reader. Leider sind beide diese Geräte sehr teuer und schlecht verfügbar: Der Sony-Reader kostet 800$ und ist momentan nur in den USA und Japan erhältlich. Dort ist es aber auch momentan nicht lieferbar. Das Pocketbook ist zwar schon lange angekündigt, aber noch nicht erschienen, und bekommt langsam den Status von Vaporware. Daher habe ich mich von der der Idee eines E-Book-Readers verabschiedet, da es ansonsten keine Geräte zu geben scheint, die größer als 10 Zoll sind. Zumal sind diese Geräte dann tatsächlich nur zum Lesen geeignet.

Das Galaxy Note Pro 12.2Daher fiel meine Wahl auf das Android-Tablet Samsung Galaxy NotePro. Es hat einen 12,2-Zoll-Bildschirm mit 2560×1600 Pixeln, wiegt 750 Gramm und kostet je nach Tagespreis in der WLAN-Version (ohne UMTS/LTE) zwischen 500€ und 600€. Das ist zwar für ein Tablet nicht billig, man bekommt jedoch ein Spitzengerät, mit dem man auch andere Aufgaben gut bearbeiten kann. Ich habe mich für die WLAN-Version entschieden, da ich unterwegs auch per Bluetooth mit meinem Telefon und Tethering online gehen kann, falls es nötig ist. Positiv zu erwähnen wäre noch der SD-Karten-Slot, mit dem man den Speicher erweitern kann; negativ der verklebte Akku, den man als Benutzer nicht wechseln kann. Und natürlich sind wie bei allen Samsung-Android-Geräten die eigene Oberfläche TouchWiz und viele nicht deinstallierbare Apps dabei. Aber noch nervt mich das nicht genug, als daß ich die Firmware mit CyanogenMod ersetze, wie ich es bei meinem Telefon schon vor einiger Zeit gemacht habe.

Stylus

Bamboo Feel CS-300Im Galaxy ist natürlich auch ein Digitizer-Stift mitgeliefert, der druckempfindlich ist und eine Seitentaste hat. Er ist mir allerdings etwas zu dünn, er fühlt sich eher wie eine Kugelschreibermine ohne Kugelschreiber drumherum an. Zum Glück kann man alle Wacom-Stifte verwenden, und so habe ich mir gleich einen Bamboo Feel für 35€ dazubestellt. Der liegt gut in der Hand, und man kommt nicht so oft unbeabsichtigt an die Seitentaste, wie es mit dem mitgelieferten Stift manchmal passiert. Außerdem kann ich ihn für meinen Dienstlaptop, ein Thinkpad Yoga 12 mit Stifteingabe, auch verwenden.

Software

Dank eines Hinweises eines Kollegen aus dem Baß, der witzigerweise unabhängig von mir auch ein NotePro gekauft hatte, bin ich auf die App MobileSheets gekommen, die ich zum Verwalten meiner Noten auf dem Tablet einsetze. Die App bietet eigentlich alles, was man braucht: Notendatenbank mit Sortierung nach Komponisten, Sammlungen und Werken; Stiftunterstützung für gezeichnete Notizen, Textannotationen und musikalische Symbole; Erstellung von Setlisten für Auftritte; Einbindung von Aufnahmen als MP3 (praktisch zum Üben!).

Man muß sagen, daß sich die Entwickler echt etwas bei der App gedacht haben. Vor allem praktisch finde ich die Einstellung von Zoomstufen pro Stück, mit denen man weiße Ränder von Seiten entfernen kann und somit die maximale Fläche für die Noten verwenden kann. Toll ist auch der »Companion«, eine Windows-Anwendung, mit der man seine Notendatenbank per WLAN auf dem Tablet bearbeiten kann. Man kann Backups seiner Datenbank anlegen und sie so leicht auf andere Geräte übertragen. Für Instrumentalisten ist sicher auch die Unterstützung von Bluetooth-Fußpedalen interessant. Für einen Preis von 4,49€ bekommt man eine stabile und durchdachte Anwendung, die zwar nicht besonders schick ist und an ein paar Stellen etwas besser bedienbar sein könnte, aber zuverlässig ihren Dienst tut.

Erfahrungen

Bisher habe ich schon mehrere Probenwochenenden und Konzerte mit dem Tablet bestritten. Die Vorteile überwiegen für mich klar:

  1. Man muß nicht mehr so viele Papier mit sich herumschleppen.
  2. Man kann seine Konzerprogramme schon weit im Voraus sortieren und muß nicht vor den Konzerten die Notenmappe zusammenstellen. Das ist vor allem praktisch, wenn man dasselbe Stück in mehreren Chören oder Programmen singt.
  3. Man hat immer alle seine Noten dabei und kann kein Stück zu Hause vergessen.
  4. Man kann Stücke (soweit verfügbar) in der Probe aus dem Internet laden, wenn man es noch nicht hat.
  5. Man kann seine Notizen leichter mit Kollegen teilen und sie rückstandsfrei ändern oder entfernen.

Nachteile gibt es natürlich auch:

  1. Viele Noten bekommt man legal nicht aufs Tablet. Aus Scans zu singen ist rechtlich genauso unzulässig wie aus Kopien zu singen.
  2. Man muß dafür sorgen, daß das Tablet immer aufgeladen ist, damit man ein Probenwochenende mit Konzerten durchsteht. Mit ausgeschaltetem WLAN und mit heruntergeregelter Beleuchtung geht das aber problemlos.
  3. Wenn man es nicht gerade mit einer Matthäus-Passion vergleicht, ist das Tablet meist etwas schwerer als Papiernoten.
  4. Man braucht die Noten digital. Viele Chöre haben heute zwar eine Cloud mit den Stücken im PDF-Format, aber vor allem bei großen Oratorien macht sich niemand die Mühe, die einzuscannen. Daher bringt das Tablet außer Gewichtsvorteil bei großen, einzelnen Werken nicht viel, da man eh keine Noten sortieren und Einheften müßte.

Insgesamt gesehen kann man sich also überlegen, ob man auf ein Tablet umsteigt. Wer wie ich in vielen Chören mitsingt und oft Programme mit 15-20 einzelnen, kleinen Stücken hat, wird aber die Vorteile des Tablets schnell zu schätzen lernen.

Einen Nachteil möchte ich noch ganz zum Schluß erwähnen: Ich habe zwar eine schwarze Lederhülle, mit der das Tablet fast aussieht wie eine Notenmappe, aber man sieht den Unterschied als Zuschauer doch. Daher sollte man aufpassen, daß man als Tablet-Sänger nicht die Aufmerksamkeit der Zuschauer auf sich zieht, vor allem, wenn man als einziger keine Papiernoten hat. Unfreiwillig komisch kann das vor allem dann werden, wenn man vergißt, die Helligkeit runterzuregeln, wie ich bei meinem ersten Konzert mit Tablet, siehe Bild…

leuchte-tablet


Meine Lieblings-Android-Apps, Teil 2

Seit dem Kauf meines Samsung Galaxy S2 sind nun schon zwei Jahre vergangen. Daher ist es Zeit für ein Update meiner Lieblings-Apps (siehe auch Teil 1 meines Beitrags). Die Überschriften sind jeweils mit der Seite der App im Play Store verlinkt.

CyanogenMod Installer

Cid_headDies ist wohl die wichtigste App, die ich in letzter Zeit benutzt habe, denn damit habe ich die Samsung-Android-Version von meinem Telefon heruntergeschmissen und CyanogenMod 10.1 installiert. Nun habe ich ein frisches Android 4.3 ohne den ganzen Samsung-Schnickschnack, der mich eigentlich eh immer nur genervt hatte und keinen Mehrwert gebracht hat. Ich hatte vorher die aktuelle Samsung-Firmware mit Android 4.1.2. Hier einige Gründe für meinen Wechsel auf CyanogenMod:

  • Mein interner Speicher war bereits voll, sodaß ich einige Apps nicht installieren konnte. Dies lag vor allem daran, daß sich viele Google- und Samsung-Anwendungen aus der Samsung-Firmware nicht deinstallieren lassen. Eine Alternative wäre Rooten und Link2SD gewesen, das wollte ich aber aus Performance-Gründen nicht.
  • Die TouchWiz-Oberfläche von Samsung hatte bei mir öfter mal Abstürze und Probleme.
  • Die Spracheingabe, die sich bei Doppelklick auf den Home-Knopf öffnete, konnte man nicht ohne Tricks deaktivieren. Ich habe sie zwar nie benutzt, aber öfter mal aus Versehen aktiviert, wenn ich zweimal auf »Home« geklickt habe, weil das System gerade nicht reagierte. Besonders nervig war, daß die Spracheingabe-App auch im Lautlos-Modus mit »Was wollen Sie tun?« über den Lautsprecher losplärrte – in Sitzungen sorgte das schon für Schmunzeln bei meinen Kollegen.
  • Die Samsung-Apps habe ich nie benutzt, da vor allem der Kalender »S Planner« mit der Bildschirmauflösung des S2 völlig unbedienbar war.
  • Die Swype-Tastatur von Samsung war zwar ganz gut, stürzte jedoch auch öfter ab – manchmal sogar so schwer, daß nur ein Neustart half. In Android 4.3 ist eine Swype-ähnliche Funktion schon in der Android-Tastatur eingebaut.

Mit der neuen Android-Version läuft mein gutes, altes Galaxy gefühlt sehr viel schneller und stabiler. Natürlich kann das auch ein Placebo-Effekt sein, aber ich meine, daß die »Wuppdizität« mit CM 10.1 schon um einiges höher ist als mit dem Stock-ROM. Die Installation über die Windows-Anwendung per USB-Verbindung mit dem Telefon war sehr einfach, im Prinzip funktionierte sie mit einem Klick.

Touch&Travel

touchandtravelBisher konnte ich mit dem DB-Navigator und dem Handy-Ticket, der KVV-App und der VRN-App schon ganz gut ohne Papierfahrschein zurechtkommen. Das hatte aber den Nachteil, daß man bei kombinierten Fahrten mit Zug und Straßenbahn in zwei oder sogar drei Apps einen Fahrschein lösen mußte. Gerade bei der VRN-App war das nicht besonders komfortabel. Zweitens ist im DB-Handy-Ticket kein City-Ticket enthalten, also eine kostenlose Anschlußfahrt mit Bus oder Straßenbahn am Zielort bei Fahrten über 100km (z.B. Karlsruhe-Mosbach). Das City-Ticket wurde besonders attraktiv, als die Bahn auch kostenlose Anfahrt am Startbahnhof einführte, man also zwei Fahrten sparen konnte. Also druckte ich mir doch wieder normale Online-Tickets aus.

Zwischenzeitlich hatte ich auch schon Touch&Travel installiert und benutzt. Mit Touch&Travel bucht man sich bei Fahrtbeginn ein und bei Fahrtende wieder aus, der Fahrpreis wird automatisch berechnet und abgebucht. Touch&Travel funktionert auf allen deutschen Fernverkehrsstrecken, es berücksichtigt BahnCard-Rabatte, man kann Bonuspunkte darüber sammeln, und sogar das City-Ticket funktioniert in den Verkehrsverbünden, die es unterstützen. Anfangs waren das allerdings nur der Rhein-Main-Verkehrsverbund und der Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg. Also war Touch&Travel für mich nur für Fahrten zwischen ICE-Bahnhöfen interessant, da es in Regionalzügen nicht galt.

Seit Juni 2013 sind allerdings der VRN und der HNV dabei, und seit Dezember 2013 auch der KVV auf den S-Bahn-Strecken. Also kann ich nun tatsächlich von Karlsruhe Werderstraße bis Mosbach West oder von Mannheim Paradeplatz nach Limburg Süd mit einer einzigen App fahren und bekomme dafür sogar den günstigsten Preis mit City-Ticket berechnet. Abgesehen davon muß ich mir nun wirklich keine Gedanken mehr machen, wann und wo ich ein Ticket kaufe. Ein Klick kurz vor der Abfahrt genügt.

Einziger Nachteil: Man muß – wie bei allen Handy-Tickets – schauen, daß man immer genug Akkukapazität hat. Aber dazu habe ich mir erst neulich einen externen Akkublock mit USB-Anschluß gekauft. Und im ICE gibt es ja meist eh Steckdosen.

aCalendar

Vor allem aus Frust über den unbrauchbaren S Planner suchte ich einen Kalender, bei dem man auch auf der Monatsübersicht die Termine gut erkennen kann und der einigermaßen gut zu bedienen ist. Beim aCalendar kann man die Schriftgrößen einstellen, Farben für die verschiedenen Kalender selbst festlegen (was auch im Google-Kalender – kein Witz – nicht so ohne weiteres geht), und einfach per Wischgeste zwischen Monats-, Wochen- und Tagesansicht umschalten.

Presenter

presenterIch hatte länger überlegt, mir einen Funk-Presenter von Logitech für Vorträge zu kaufen. Aber eigentlich kann man das ja auch gut mit dem Mobiltelefon machen, mehr als Folien vor- und zurückschalten und eine Zeitanzeige braucht man ja eigentlich nicht. Leider erfordern die meisten Apps, die man so findet, eine Datenverbindung vom Computer zum Telefon. Dadurch sind sie z.B. für Präsentationen auf Konferenzen im Ausland oder generell in Räumen, in denen es keine Internetverbindung gibt, ungeeignet. Der Presenter funktioniert über Bluetooth und erlaubt auch das Umschalten über die Lautstärketasten des Telefons. Ich habe ihn schon mehrmals bei Präsentationen eingesetzt. Zwar ersetzt er nicht den Laserpointer, aber so wird man wenigstens nicht zu hektischem Rumgefuchtel mit dem Laserpunkt verleitet.

Guardian

guardianIch lese gerne die Online-Beiträge des Guardian, vor allem die Kommentarseite »Comment is free«. Die Android-App ist gut strukturiert und erlaubt einem, die Lieblingskategorien auf der Startseite anzuzeigen. Außerdem gibt es eine gute Offline-Funktion, die Artikel und Bilder zeitgesteuert per WLAN herunterlädt, sodaß man sie unterwegs auch ohne Datenverbindung lesen kann.

TotalCommander

totalcommanderDa ich den TotalCommander unter Windows schon lange benutze und mir dort auch eine Lizenz gekauft habe, mußte ich ihn mir unter Android natürlich auch installieren. Als Dateimanager ist er auch hier ungeschlagen und kann für FTP, SFTP, SMB und WebDAV verwendet werden.

PostMobil

Die App der Deutschen Post bietet neben Filial- und Briefkastensuche, Postleitzahlsuche und Porto-Informationen vor allem ein Killerfeature: Das Handyporto. Dort kann man sich eine 16-stellige Zahlenkombination generieren lassen, die man statt der Briefmarke auf eine Postkarte oder Brief schreiben kann. Das Handyporto kostet zwar ein bißchen mehr als das reguläre Porto, ist aber sehr praktisch, wenn man mal schnell eine Postkarte verschicken will und keine Briefmarke zur Hand hat.

Google Keep

Für Kurznotizen verwende ich Google Keep, das ähnlich wie OneNote oder Evernote kurze Texte, Bilder und Dateien speichert. Auch Listen zum abhaken sind damit schnell erstellt und synchronisieren sich automatisch mit dem Google-Konto.

TT-RSS

ttrssSeit dem Tod des Google Readers benutze ich Tiny Tiny RSS, um meine RSS-Feeds zu verwalten. Die TT-RSS-Installation läuft dabei auf meinem 1&1-Webspace, ich muß also keine Angst haben, daß der Dienst bald auch eingestellt wird. Es gibt zwar auch eine offizielle Android-App vom TT-RSS-Entwickler Andrew Dolgov, diese wird jedoch nach sieben Tagen kostenpflichtig. Diese App hier von Nils Braden funktioniert sehr gut, unterstützt Navigation über die Lautstärketasten, und ist kostenfrei.

HappyCow

happycowAls Vegetarier steht man ja oft vor dem Problem, ein geeignetes Restaurant in einer fremden Stadt zu finden. Die Community von HappyCow sammelt Informationen über vegane, vegetarische und vegetarierfreundliche Restaurants. Per Kartenansicht sieht man gleich die Restaurants in der Nähe und kann auch das Preisniveau einschätzen.


Rätselhafter Hamberg

Seit langem frage ich mich, wie wohl dieser mysteriöse Ort am Mosbacher Hamberg entstanden ist:

(Diese Fotos sind vom Herbst 2008, es sieht aber heute eigentlich genauso aus).

Bei Spaziergängen am Hamberg bin ich dort schon öfter vorbeigekommen und habe mich immer sehr gewundert, was wohl der Zweck dieser »Bühne« ist. Zusammen mit den zwei Eichen sieht es irgendwie »kultisch« aus, wie eine Art Thingstätte, nur in klein. Man findet jedoch keinerlei Inschriften oder sonstiges, was auf die Entstehung hindeuten würde. Ein möglicher Zusammenhang könnte zu dem 1905 errichteten Bismarckturm bestehen, der sich ziemlich genau nördlich von dem Ort auf dem Hamberg befindet.

Noch komischer wird es, wenn man hinter dem Bühnen-Ensemble weiter den Berg hinaufgeht: Dort befindet sich eine aufgeschüttete vollkommen ebene Fläche mit angepflanzten Bäumen und vereinzelten Felsbrocken zur Dekoration. Dahinter geht es in eine Senke, in der sich eine aus Naturstein gemauerte Hütte befindet. Der Zugang zur Fläche ist mit einem dicken Stahlseil gesichert und verschlossen.

Mein erste Spekulation wäre, daß es sich tatsächlich um eine möglicherweise in den 30ern begonnene Thingstätte handeln könnte. Dafür spräche auch die Felsbrocken-Dekoration. Die Aufschüttung dahinter ist möglicherweise Aushub des benachbarten Wohngebietes (Bismarckweg, Freiherr-vom-Stein-Weg). Die Hütte ist wohl ein Lagerschuppen oder ähnliches. Aber das ist alles nur Spekulation – wenn jemand von Euch was genaueres weiß, bitte ich um Kommentare! Unten findet Ihr noch eine Google-Maps-Karte mit der genauen Lage des Ortes.


Größere Kartenansicht


Chorwettbewerb Mosbach 2012

Am Wochenende 28./29. April war in Mosbach der 1. Internationale Chorwettbewerb für Kammerchöre »Mosbach 2012″. Feli und ich betreuten den Kammerchor der Musikhochschule Mannheim, die den 2. Preis des Wettbewerbs gewannen. Hier ein paar nette Bilder von diesem sonnigen Wochenende mit Wettbewerbsflair in Mosbach.


Im Spreepark

Das Highlight unseres Berlin-Kurzurlaubs über Ostern war eine Führung im Spreepark, ein seit zehn Jahren geschlossener Freizeitpark, der immer weiter verfällt und dadurch tolle Fotomotive bietet. Durch einen ARD-Fernsehfilm, der den Park als Kulisse nutzte, bin ich letztes Jahr auf den Park aufmerksam geworden. Umso erfreuter war ich, als ich auf der Spreepark-Homepage las, daß an den Wochenenden Führungen angeboten werden. Also buchte ich für Ostermontag eine Führung.

Der Spreepark ist ein riesiges Gelände im Berliner Plänterwald, das zu DDR-Zeiten als »VEB-Kulturpark« eröffnet und nach der Wende ab 1992 zu einem Freizeitpark für 1,8 Millionen Besucher jährlich umgestaltet werden sollte. 2001 mußte der Park schließen und verfällt seitdem. Die Geschichte um den Park, die Stadt Berlin und die Besitzerfamilie ist so komplex, daß ich sie hier nicht wiedergeben will – am besten kann man sie auf der Homepage nachlesen. Dort hat Christopher Flade, der auch die Führungen im Spreepark leitet, unglaublich viel Material über die Geschichte des Parks gesammelt, übrigens alles ehrenamtlich. Von den 15€, die die Führungen kosten, bekommt das meiste der Sicherheitsdienst, der immer präsent ist und schauen muß, daß niemand unerlaubt aufs Gelände kommt. Während der letzten 10 Jahre wurde natürlich vieles vom Parkgelände gestohlen, z.B. die gesamte Elektroinstallation und ein ganzes Fahrgeschäft! Auch wir wurden stets von einem Mitarbeiter des Sicherheitsdiensts begleitet und mußten einen Anstecker tragen. Allein während unserer Führung wurden fast 30 illegale Besucher des Geländes verwiesen, die dann jeweils 165€ Bußgeld für Hausfriedensbruch erwartete…

Die Highlights der Führung sind die Achterbahn, die Wildwasserbahn und natürlich das Riesenrad, das aufgrund der Windlast nicht gebremst werden darf und daher durch den Wind langsam in Drehung versetzt wird, was ein ständiges, leicht gruseliges quietschendes Geräusch erzeugt. Die Führung von Christopher war, obwohl über zwei Stunden lang, sehr kurzweilig, spannend und lustig. Von Schwanenbooten, die nachts von Einbrechern in die Spree geschmissen wurden und in Mecklenburg wieder ans Ufer gespült wurden bis zur 90jährigen Frau, die sich unerlaubt ins Riesenrad setzte und vom Wind nach oben treiben ließ, ist alles dabei. Wer also demnächst mal am Wochenende in Berlin ist, dem sei eine Spreepark-Führung empfohlen!